Blutegeltherapie

DIE BLUTEGELTHERAPIE | Geschichte

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Die ersten bekannten Überlieferungen bezüglich der Blutegeltherapie reichen über 5000 Jahre zurück. Hinweise lassen vermuten, das man sich die kleinen Tierchen schon 3300 Jahre vor Christus in Teilen des heutigen Irans und Syrien, dem damaligen Mesopotamien, zunutze machte.

Andere Aufzeichnungen lassen den Einsatz im damaligen Indien in den Jahren 600 bis 100 vor Christus vermuten. In Europa erfuhr dieses ausleitende Verfahren  zwischen 200 und 129 Jahre vor Christus bis ins 19. Jahrhundert aktive Anwendung und war fester Bestandteil der ärztlichen Therapie.

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Durch den übermäßigen Einsatz wurde die Anzahl der kleinen Helfer im Mittelalter so extrem dezimiert. Im 18. Jahrhundert wurden die Egel in Frankreich als Allheilmittel und ohne Maß angewandt, unabhängig vom tatsächlichen Nutzen für den Patienten.

Ebenso stieg auch Deutschland  im Laufe des 17. Jahrhunderts die Beliebtheit der Blutegeltherapie. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts nahm der Aderlass, explizit durch Blutegel, riesige Ausmaße an. Es war keine Seltenheit, das 60 – 80 Tiere pro Anwendung angesetzt wurden.

Im Verlauf einer längeren Krankheitsgeschichte konnten der Verbrauch an Egeln bei einigen Patienten insgesamt mit 1000 bis 1500 Egeln zu Buche schlagen.

So ist es nicht verwunderlich, dass die zeitweilig durch den Missbrauch in Verruf geratene Blutegeltherapie lange Zeit aus der allgemeinen Volksmedizin verschwand.

Seit dm 20. Jahrhundert nimmt die Beliebtheit der Blutegeltherapie wieder zu. Moderne Forschungen haben ergeben, das mehr als nur Scharlatanerie hinter diesser Behandlungsmethode steckt. Mittlerweile ist die Heilwirkung anhand einer Vielzahl an Studien belegt worden.

 

DER BLUTEGEL | Allgemeines

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Der medizinische Blutegel gehören ebenso wie der uns bekannte Regenwurm der Gruppe der Ringelwürmer an. Die Blutegel leben im Süßwasser. Wenn die Blutegel erwachsen sind können Sie im gestreckten Zustand eine Länge von 15 cm erreichen.

Die medizinischen Blutegel werden in speziellen Farmen, wie der Bibertaler Blutegelzucht gezüchtet. Die Zuchtbedingungen sind darauf ausgelegt, dass durch die einmalige Anwendung keine Infektionskrankheiten übertragen werden können.

Nicht nur bei uns Menschen sind Blutegel beliebt. Auch die Tierwelt macht den heilenden Wirkstoffmix, den die Egel ausstoßen zu nutze.

So wählen Schafe, Pferde, Rinder und viele weitere Tiere den vielversprechenden Weg in Gewässer, wo die Egel heimisch sind. Sie wissen um die heilende Wirkung bei Gelenkproblemen und verbleiben dort so lange, bis sich die Egel einen kleinen Snack geholt haben.

Diese lassen im Gegenzug mit dem ausgestoßenen Sekret eine Mischung aus Hirudin, Calin, Hyaluronidase und weiteren histaminähnliche Substanzen zurück.

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Die Wirkung des Sekrets, dass der Egel zur Verdünnung des aufzunehmenden Blutes nutzt, zeichnet sich durch entzündungshemmende und gerinnungshemmende Eigenschaften aus.

Erfahren Sie weitere interssante Informationen in diesem Video.

Wirksame Blutegel-Therapie | W wie Wissen | Das Erste

Im Speichel des Blutegels gibt es einen komplexen Cocktail aus verschiedenen Substanzen, der Symptome von Rheuma und Arthrose lindern kann. Längst werden medizinische Blutegel zu therapeutischen Zwecken eingesetzt.

 

ANWENDUNG | Wann kommen Blutegel zum Einsatz

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In der heutigen Zeit finden die Blutegel ganz gezielt Ihren Einsatz bei verschiedenen Krankheitsbildern. Beim Auftreten einer Thrombose werden Sie  zum Beispiel eingesetzt um der Entstehung von Blutgerinnseln entgegenzuwirken und bestehende Gerinnsel gar aufzulösen.

Im Bereich der Tranplatationschirugie wird die gerinnungshemmende Wirkung des von Ihnen abgesonderten Sekrets nach Operationen genutzt um die venöse Zirkulation zu verbessern.

Insgesamt enthält das Sekret über 200 verschiedene Wirkstoffe, die den vielfältigen Einsatz bei folgenden Indikationen ermöglichen.

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Venöse Erkrankungen

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weitere Indikationen

 

ANWENDUNG | Wann sollten Blutegel nicht eingesetzt werden

Wie bei allen Therapien gibt es auch immer Patienten, bei denen ein Therapieansatz nicht ausgeführt werden sollte. Dies kann immer unterschiedliche Gründe haben. Während der Anamnese werden auch entsprechende Fragen zur Klärung der Umstände gestellt. Trotz allem möchten wir Ihnen im folgenden vorab eine kleine Übersicht bieten, welche Kontraindikationen es bei der Anwendung von Blutegeln gibt.

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  • Hauterkrankungen an der Applikationsstelle
  • Hämorrhagische Diathesen (krankhaft gesteigerte Blutungsneigung) bzw. Hämophilie („Bluterkrankheit“)
  • Blutgerinnungsstörungen durch Medikamente (z. B. Marcumar®)
  • Anämie (Hb < 10 g/dl), d. h. deutliche Blutarmut
  • Allergien gegen Blutegel-Inhaltsstoffe (Hirudin, Histamin, etc.)
  • Akute Magen- oder Darmgeschwüre

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VORBEREITUNG | Vor der Therapie zu beachten

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Was wir Menschen mögen, gefällt den Blutegeln noch lange nicht. Deshalb sollten am Tag der Behandlung nach Möglichkeit kein Duft von Parfüm, Deo, Duschgel oder Ausdünstungen von Nikotin und Alkohol vorhanden sein.

Blutegel reagieren sehr empfindlich und verweigern den Biss, wenn Ihnen etwas „stinkt“. Beim Duschen sollte die Nutzung von Duschgel und Seife vermieden werden. Für den biss vorgesehene Hautstellen sollten einfach nur mit Wasser gewaschen werden.

Bevor die Blutegel dann gesetzt werden, kann es von Vorteil sein, die betroffene Haut mit einem warmen Tuch zu reinigen. Das fördert die Durchblutung und regt den Egel zum Biss an.

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DURCHFÜHRUNG | So läuft eine Blutegelbehandlung ab

 

DIE RENTNER| Das Leben der Egel nach der Therapie

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Haben Sie sich gefragt, was mit den Blutegeln geschieht nachdem Sie Ihrem Einsatz hinter sich haben? Die Gesetzgebung hat hier ganz klare Richtlinien.

Da es sich bei den Egeln um ein „medizinisches Produkt“ handelt, war lange Zeit die Tötung der Tiere durch einfrieren die übliche Vorgehensweise. Da das aufgenommene Blut Krankheitserreger in sich tragen könnte, war dies lange Zeit der einzige Weg.

Die Bibertaler Blutegelzucht verfügt jedoch über ein Rentnerbecken eigens für den Lebensabend der kleinen Helfer.

Diese werden nachdem Sie Ihre Arbeit verrichtet haben in einem dafür vorgesehenen Gefäß zurückgesandt und in dieses Becken entlassen.

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